Warum ‚Offenblendig‘?

In der Porträtfotografie wird häufig mit einer relativ offenen Blende fotografiert. Das heißt, die Blende ist weit geöffnet, so dass viel Licht auf den Chip in der Kamera (oder den Film bei der analogen Fotografie) fällt. Dementsprechend kurz kann die Belichtungszeit gewählt werden, was beim Fotografieren von Menschen aber eher zu vernachlässigen ist.

Interessanter sind zwei andere Dinge: Zum einen zaubert eine offene Blende in Kombination mit einem (leichten) Teleobjektiv eine wunderbare Unschärfe in den Hintergrund. Das Motiv wird von dem unscharfen Hintergrund regelrecht freigestellt und so werden die Blicke des Betrachters immer wieder auf das Wesentliche, nämlich den Menschen, gelenkt.

Ein schönes Beispiel für einen unscharfen Hintergrund ist dieses Porträt von Melli:
Melli
(Canon 70D mit dem Tamrom 70-200, bei 172mm, f3,2, ISO 100 und 1/160s)

Zum anderen kann bei einer offenen Blende der Wert für die ISO, also die Empfindlichkeit von Chip oder Film, niedrig gewählt werden. Somit ist das Rauschen, das bei hohen ISO’s entsteht, nicht so ausgeprägt. Manchmal ist der Look des Bildes dann schon wieder zu perfekt, so dass etwas Korn eingefügt wird. Das war bei diesem Bild von Maria nicht notwendig, es wirkt auch so durch die gute Umwandlung in schwarzweiß:
IMG_1135-Bearbeitet
(Canon 70D mit dem Canon 50mm, f2,0, ISO 800 und 1/100s)

Ich nutze diese Vorteile von offenen Blenden gerne – und so entstand der Name für diesen Blog. Allerdings entseht längst nicht jedes Porträt mit einer f1,8, auch eine Blende 8 stelle ich immer mal wieder an der Kamera ein, um z.B. bewusst einen bestimmten Bereich mit durchgehender Schärfe abzubilden. Bei dem folgenden Bild hatte ich meinen portablen Studioblitz mit 600 WS Leistung dabei, so dass ich entspannt mit Blende 11 und einer 1/125s bei ISO 100 fotografieren konnte (zum Beitrag):
IMG_4297-2